|
Dienste ohne Grenzen G A T S und die Konsequenzen für
Oberhausen |
|
Mit den gegenwärtigen Verhandlungen zum
Dienstleistungsabkommen GATS (General Agreement on Trade in Services)
bereitet die Welthandelsorganisation WTO einen weiteren Liberalisierungsschub
vor. Das GATS zielt auf eine umfassende Liberalisierung des weltweiten
Handels mit Dienstleistungen. Auch bislang geschützte Bereiche öffentlicher
Dienstleistungen wie das Bildungswesen, der Gesundheitssektor, und die
Wasserversorgung sollen den Gesetzen des Marktes unterworfen und für
internationale Großkonzerne zugänglich gemacht werden. Die Europäische Union, und damit auch die
Bundesregierung, ist als treibende Kraft in den Verhandlungen mit dabei, im
Dienstleistungsbereich jegliche demokratisch legitimierte Kontrolle und
Gestaltung den Profitinteressen internationaler Dienstleistungskonzerne zu
opfern. Trotz der erheblichen Bedeutung der GATS-Verhandlungen wird die
Öffentlichkeit nicht informiert. Ein demokratischer Entscheidungsprozess wird
so gezielt durch die Geheimhaltung der Verhandlungsvorschläge durch die
EU-Kommission und die Bundesregierung verhindert. Gleichzeitig werden die
Verhandlungen mit Hochdruck vorangetrieben. Wir stellen bereits heute fest, dass in
unseren Kommunen ein wahrer Ausverkauf der öffentlichen
Dienstleistungsbetriebe stattfindet. Stadtwerke, Wasserversorgung,
Verkehrsbetriebe, Müllentsorgung, Krankenhäuser, Schulen und vieles mehr wird
global operierenden Dienstleistungskonzernen zum Kauf angeboten. Die
Begründungen für diesen Ausverkauf öffentlicher Dienst sind folgende: Die
Kommunen stehen vor dem finanziellen Bankrott und wollen ihre Finanzlöcher
durch den Verkauf des „Tafelsilbers“ an globale Konzerne stopfen. Konzerne
sind jedoch gewinnorientiert und investieren nur dort, wo sie Profite machen
können. Auf kommunaler Ebene soll nun der Grundstock gelegt werden, was die
Mächtigen und Reichen weltweit geplant haben. Profitieren denn nicht alle davon? · NEIN, denn Steuervergünstigungen und Subventionen für
öffentliche Dienste müssen fortan auch in- und ausländischen Privatanbietern
gewährt werden. Öffentliche Mittel, die dem Gemeinwohl zur Verfügung stehen,
werden weniger. · NEIN, denn die Privatanbieter picken sich die Rosinen aus dem
Markt. Solidarsysteme werden ausgehöhlt. · NEIN, denn in der Rechnung der Wirtschaft fehlen die Faktoren
Soziales und Umwelt. Aus Sicht des GATS sind innerstaatliche Gesetze,
ökologische Normen und soziale Standards Hindernisse. Stärkere
Umweltverschmutzungen, Preissteigerungen, Lohnsenkungen und unsichere
Beschäftigungsverhältnisse sind die Folgen. · NEIN, die Qualität der Dienstleistungen wird schlechter,
denn wie soll die Qualität gleich bleiben, wenn in Bereichen die bislang
kostendeckend gearbeitet haben, Firmen gezwungen sind Profite für ihre
Aktionäre zu erwirtschaften. |